Am 27. März 1979 kam es im Block 2 des AKW Three Mile Island in der Nähe von Harrisburg, USA, zum bis dahin größten Unfall in der Atomwirtschaft. Aufgrund diverser Pannen und Defekte in den Sicherheitssystemen der Anlagen versagte die Kühlung des Reaktors. Die hochradioaktiven Brennelemente wurden freigelegt und schmolzen. Tagelang drohte der Reaktor zu explodieren. In letzter Minute verhinderten Techniker die vollständige Kernschmelze und damit eine weltweite Katastrophe. So gelangten "nur" 1,5 Millionen Liter radioaktiven Wassers in den Susquehanna-Fluss. Wie viel Radioaktivität durch die Lüftungen in die Umwelt abgegeben wurde, ist unbekannt. Der Katastrophenstab entschied sich gegen eine Evakuierung der um Harrisburg lebenden Bevölkerung; Jodtabletten wurden erst nach sechs Tagen verteilt. - 17 Jahre nach dem Unfall untersuchte Steve Wing von der University of Carolina die Krebssterbefälle in der Umgebung des AKW. Lungenkrebs und Leukämie waren in der Hauptwindrichtung zwei- bis zehnmal so häufig aufgetreten wie in der Gegenrichtung.